Leseherbst gesichert

Auf der Frankfurter Buchmesse 2006 präsentieren die Verlage Neuerscheinungen zur Medien- und Kommunikationsbranche: über Filmproduktion, Management, Journalismus und Mediengeschichte...
Die Frankfurter Buchmesse ist weiter auf Rekordkurs. Mit 382.466 vorgestellten Titeln, darunter 111.913 Neuerscheinungen, 113 teilnehmenden Ländern und 7272 Ausstellern behauptet sie unangefochten den internationalen Spitzenplatz. Neben Büchern aus Papier werden digitale Produkte wie Hörbücher, CD-ROM und DVD präsentiert. Workshops, Diskussionsrunden und Ausstellungen thematisieren die Übergänge und Gemeinsamkeiten der integrierten Medienbranche, so hat sich das Special Film&TV als gut besuchter Messetreff für Produzenten, Stoff-Agentinnen, Verleger und Buchhändlerinnen etablieren können.

Die Medien- und Kommunikationsbranche ist auch Gegenstand zahlreicher Neuerscheinungen des "Traditionsmediums" Buch. Die Fachverlage legen eine Reihe von Titeln vor, die sich mit Praxis und Theorie der Branche befassen. "Bildung ist käuflich" - lautet der Werbeslogan des Brockhaus-Verlags, mit dem dieser auf den diesjährigen Themenschwerpunkt "Bildung" der Messe reagiert. Für die medieninteressierten Einsteiger und Profis trifft dies tatsächlich zu.

Produktion von Film und Fernsehen

Für den Einstieg gedacht ist die Publikation "Filmsprache", Alice Bienk will darin vermitteln, "wie ein Film funktioniert". Mittels Buch und DVD kann man sich interaktiv in die Filmanalyse einarbeiten. (Schüren-Verlag). Sind die ersten Schritte getan, werden die Themen spezialisierter.
Der UVK-Verlag hat seine "Praxis-Film"-Reihe um einige Titel erweitert. In "Script Development" widmet sich das Autorenduo Dagmar Benke und Christian Routh der Frage, wie gute Drehbücher im Team entwickelt werden. Produzent Georg Feil legt eine Anleitung zum Schreiben von Fernseh-Serien vor: "Fortsetzung folgt". Dass auch die Produktion von Filmen mit kleinen Budgets erfolgreich gestaltet werden kann, theamatisiert der Band "Low -Budget-Filme" (Kurz/van Messel/Koll). Und der Komponist Andreas Weidinger liefert in "Filmmusik" eine Einführung in die musikalische Vertonung.

Gewusst wie: Management

Damit hoffnungsvolle Projekte nicht an simplen Grundlagen scheitern, könnte ein Blick in das mit geballter Professoren-Kompetenz herausgegebene "Handbuch Medienrecht" (Dörr/Kreile/Cole) des Verlages Recht und Wirtschaft helfen. In demselben Verlag ist auch das "Handbuch Urheberrecht und Internet" (Ensthaler/Bosch/Völker) neu erschienen.
Um einen Überblick über wirtschaftlichen Themenstellungen zu gewinnen, kann die Leserin verschiedene Titel zur Hand nehmen: Insa Sjurts stellt in "Medienmanagement" (UTB) die Medienmärkte und ihre Produktionsprozesse vor. Im Springer-Verlag ist das "Handbuch Medienmanagement", herausgegeben von Christian Scholz, erschienen.
Die Verlagswirtschaft steht im Mittelpunkt des gleichnamigen Bandes von Wulf D. v. Lucius, ebenfalls UTB. Wie die Kultur-Branche funktioniert, lässt sich in "Der Kulturbetrieb - Bildende Kunst/ Musik/ Literatur/ Theater/ Film" nachlesen. Werner Heinrichs hat diesen Band beim transcript-Verlag herausgebracht.

Journalismus und PR

Können Amateure, Bürger/innen ihre eigenen Medien kreieren? Klaus Forster untersucht in "Journalismus im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Verantwortung" das Konzept des aus den Vereinigten Staaten stammenden "Public Journalism". (Herbert von Halem Verlag). Auf ganz anderen Pfaden wandeln Bonz/Büscher/Springer in "Popjournalismus", das Buch des Ventils Verlags beschreibt die journalistische Begleitung der Popmusik.
Auch die Reihe "Praktischer Journalismus" des UVK-Verlages wartet mit neuen Titel auf. Volker Wolff stellt das "ABC des Zeitungs- und Zeitschriftenjournalismus" vor, in dem die schwindenen Unterschiede zwischen den Presseformen und die Konsequenzen dieses Wandels aufgegriffen werden. Was ein gutes Pressefoto ausmacht und wie Fotojournalisten arbeiten, behandelt Julian J. Rossig in "Fotojournalismus".
Der interessensgeleitete Zwilling des Journalismus, die Unternehmenskommunikation wird in den Verlagsprogrammen nicht vergessen. Wie sich etwa Online-Medien: Podcast, Blogs und Co. von Meinungsmachern einsetzen lassen, beschreibt Marcel Bernet in "Medienarbeit im Netz" (orell füssli verlag). Auch die Frankfurter Buchmesse hat dieses Jahr übrigens zwei Blogger-Teams engagiert.

Genres, Filmländer und Geschichte(n)

"Für ein paar Leichen mehr" - unter diesem schönen Titel bearbeitet Ulrich F. Bruckner die Geschichte des Italo-Westerns (Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlag), eine überarbeitete Neuauflage. Auch deutsche Geschichte steht im Fokus: "Die Spur der Filme" der DEFA-Filmproduktion in Potsdam- Babelsberg verfolgen Ingrid Poss und Peter Warnecke in einem Band des Ch. Links Verlages und lassen darin Zeitzeug/innen zu Wort kommen. Und passend zur Weltlage: In der Reclam-Reihe Fimgenres ist der Band "Kriegsfilm" neu erschienen, eine Gemeinschaftsproduktion der Herausgeber Klein, Stiglegger, Traber.
Anlässlich des diesjährigen Gastlandes sei hier der Verweis auf einen bereits 2004 erschienenen Titel gestattet: Die Einführung "Indischer Film" von Matthias Uhl und Keval J Kumar im transcript-Verlag.

Wer den großen Überblick sucht, kann wiederum die zwei Bände "Mediengeschichte" (1: Von den Anfängen bis 1700 und 2: Von 1700 bis ins 3. Jahrtausend) zur Hand nehmen, die der Medienwissenschaftler Werner Faulstich bei UTB vorlegt. Damit ergänzt Faulstich seine bereits erschienen Bücher zu Aspekten der Medienwissenschaften.
Auch keine Einzel-Untersuchung sondern eher die cineastische Vogelschau bietet das Buch "Film-Klassiker", in dem Michael Töteberg 120 Filme vorstellt (Metzler Verlag).
Das Interesse für Filmkunst sollte früh geweckt werden. Für Lehrerinnen und Lehrer gibt es dafür eine geeignete Einführung: Die medienpädagogische Vermittlung von Filmen, z.B. in Schulen, behandelt "Kino als Kunst" von Alain Bergala, erschienen im Schüren Verlag.


Der Lesestoff ist sicher


Keine Frage also: der Lese-Herbst ist gesichert. Und wer fürs neue Jahr vorsorgen will, kann jetzt schon den (Taschen-) "Filmkalender 2007" oder den großformatigen Wandkalender "Filmtheater - Kinos in Deutschland", mit Fotos von Sylvia Ballhouse, bestellen. (Schüren Verlag). Sollte das Lesematerial jedoch vorzeitig ausgehen, kann eine Einsicht unmittelbar Trost verschaffen: es warten noch weitere 111.888 neue Titel auf ihre Entdeckung.
(Anne Schulz)


www.schueren-verlag.de
www.uvk.de
Verlag Recht und Wirtschaft in der Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag
UTB
www.springer.com
www.transcript-verlag.de
www.halem-verlag.de/
www.ventil-verlag.de
orell füssli verlag
www.schwarzkopf-schwarzkopf.de
www.linksverlag.de
www.reclam.de
www.metzlerverlag.de


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