Von Kalkulationen und Bilanzen, Kunden und Käufern

Management, Verwaltung, Vertrieb - wie sehen hier die Tätigkeiten in der Medienbranche aus?




Überblick


Was oder wer POSDCORB? Ein Laubfrosch, Nasenspray oder eine neue Crackersorte? Weit gefehlt- POSDCORB ist die Formel für die wichtigsten Managementtätigkeiten:

P Planning = Planung
O Organizing = Organisieren
S Staffing = Stellenbesetzung
D Directing = Leiten
COR Coordinating = Koordinieren
B Budgeting = Kalkulation

Das kann zum Beispiel konkret bedeuten: Eine Produktionsleiterin geht in ihrem Büro eingegangene Rechnungen durch, informiert telefonisch den Produzenten über den Verlauf der Dreharbeiten, prüft die Drehpläne für die nächsten Tage, empfängt zwischen durch eine Schauspielerin, den Szenenbildner, die Kostümbildnerin, bespricht veränderte Dispositionen, unterzeichnet Verträge, verhandelt Gagen, telefoniert mit Lieferanten und strukturiert mit ihrer Assistentin grob die Planung für die kommende Woche....

Wenn ein neues Produkt – eine CD-Rom, ein Buch, eine TV-Serie - entworfen wird, stellen sich eine Reihe von Fragen:


- wie soll das Produkt aussehen?
- wie kann es hergestellt werden?
- welcher Mitarbeiter sind daran beteiligt?
- Müssen neue Mitarbeiter engagiert werden?
- welche Dienstleistungen müssen eingekauft werden?
- wie sieht der Markt für das Produkt aus?
- welche Kunden könnte das Produkt interessieren?
- wie können die Kunden angesprochen werden ?
- was kosten Planung, Herstellung und Vertrieb?
- welcher Preis lässt sich erzielen?
- wie viel Gewinn ist denkbar?
- wie kann das Erreichen der geplanten Ziele kontrolliert werden?


Management bedeutet, diesen Prozess unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten so zu steuern, dass das Projekt optimal abgewickelt werden kann. Stichworte wie Effizienz, Wirtschaftlichkeit spielen eine Rolle.

Strategische Planung

Zu der Leitung eines Projektes, einer Firma gehören auch strategische Entscheidungen, wie sich das Unternehmen in Zukunft positionieren will, welche Märkte erobert werden sollen, wo Geschäftsbeziehungen ausgebaut, welche Produktentwicklungen in Angriff genommen werden sollen.

Zum Beispiel: Eine Tageszeitung plant einen eigenen Internetauftritt. Dafür muss die Geschäftsleitung mit der Redaktion eine Reihe von Entscheidungen treffen: wie umfangreich soll der Auftritt sein, welches Konzept steht dahinter, welche Konsequenzen ergeben sich für die Personalplanung, welche technischen Einrichtungen müssen erworben werden, welche Programme (Redaktionssysteme etwa) werden benötigt, welche Kosten sind zukünftig zu erwarten, welche Einnahmen können realisiert werden, in welchem Verhältnis steht der Internetauftritt zu den anderen Produkten des Verlagshauses. Aus der Beantwortung aller dieser Fragen entsteht das neue Produkt. Dieses neue Produkt erweitert zugleich das Geschäftsfeld des Unternehmens und verändert das Unternehmensprofil.

Wo bleibt die Kreativität?

Bei großen Unternehmen ist der Management-Bereich arbeitsteilig strukturiert. Marketing, Vertrieb, Personalplanung sind eigene Abteilungen. Je höher ein Mitarbeiter in der Hierarchie aufgestiegen ist, desto mehr konzeptionelle Entscheidungen werden von ihm getroffen, desto höher ist dadurch der Einfluss auf kreative Entwicklungen.
In kleinen Firmen kann dagegen der Inhaber viele Funktionen auf sich vereinen. Er ist sein eigener Marketingchef, er ist Buchhalter, Herstellungsleiter und Sekretariat in einer Person. Auch hier verbinden sich Managementfunktionen mit strategisch- planerischen Überlegungen.
Trotzdem sind viele Managementaufgaben nicht medien-spezifisch und unterscheiden sich nicht wesentlich von ähnlichen Tätigkeiten in anderen Branchen. Dies trifft in besonderem Maß auf die eher ausführenden Arbeitsbereiche zu.

Verwalten und Rechnen

Mitarbeiter in der Verwaltung oder im Vertrieb führen spezialisierte Tätigkeiten aus, in dem sie zum Projektteile organisieren, die Buchhaltung übernehmen oder im Verkauf tätig sind. Sie sind in den Organisationsprozess eingegliedert und üben ihre Funktion im Bezug auf die Gesamtplanung des Unternehmens aus.

Zum Beispiel werden bei Fernsehsendern in der Abteilung Honorare und Lizenzen Verträge mit Mitarbeitern bearbeitet. Die Sender engagieren viele freie oder projektbezogene Mitarbeiter für einzelne Aufgaben: als Sprecher, als Autoren, als Techniker, usw. Die Honorarabteilung sorgt dafür dass die Verträge, die zuvor von den Redaktionen zum Teil nur kurz mündlich abgesprochen worden sind, ordentlich abgefasst und unterzeichnet werden, sie regelt die Auszahlung der Gagen. Wenn Lizenzen von anderen TV- Sender oder Produktionsfirmen für die Verwendung von Ton- oder Bildmaterial eingeholt werden müssen, werden auch diese Lizenzverträge formgerecht abgeschlossen und bearbeitet.

Solche Aufgaben sind im Medienbereich nicht wesentlich abenteuerlicher oder kreativer als anderswo. Die Buchhaltung muss den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Rechnungslegung folgen. Egal ob es sich um ein Filmprojekt oder Wagonbau handelt.

Kundenorientierung

Wer in Marketing und Vertrieb tätig ist, hat täglich mit Kunden und Geschäftspartnern zu tun. Er muss sich auf die Wünsche und Anforderungen der Kunden einstellen, passgenaue Lösungen für ihre Probleme entwickeln. Dabei ist Flexibilität und Kommunikationstalent gefragt.



Berufsbeispiele



AV-Medien:
Produktionsleiterin /Produktionsleiter


Produktionsleiter (abgekürzt PL) haben die organisatorische und finanzielle Leitung eines Film- oder Fernsehprojektes. Der PL ist der Cheforganisator. Von der Kalkulation des Budgets, über die Gestaltung des Drehplans, den Abschluss von Verträgen bis hin zum Materialankauf - der PL muss auf die Einhaltung des Finanzrahmens achten und dafür sorgen, dass die Dreharbeiten reibungslos ablaufen können. Ziel ist die bestmögliche Qualität unter effektiver Nutzung der zur Verfügung stehenden Mittel. Der PL koordiniert die Arbeit des Teams und leitet das Produktionsbüro. Er ist jederzeit über den Stand der Arbeit unterrichtet und vertritt den Produzenten gegenüber den Mitarbeitern. Mehr.

IT-Branche:
Informationskauffrau/Informationskaufmann


Informationskaufleute arbeiten dort, wo komplexe IT-Systeme eingesetzt werden: so zum Beispiel bei Banken, in Versicherungen, in der Industrie. Sie koordinieren den Ankauf von Hard- und Software und suchen die günstigste Lösung für den jeweiligen Betrieb. Bei Problemen der Mitarbeitern mit den IT-Systemen, bei Software-Updates, bei notwendigen Reparaturen oder Neuanschaffungen verhandelt die Informationskauffrau mit den Anbietern von IT-Systemen (dort wäre der Ansprechpartner z.B. eine IT-System-Kauffrau), um eine passgenaue Lösung für das Unternehmen zu erhalten. Mehr.

Print-Medien:
Buchhändlerin/Buchhändler


In der Buchhandlung ’um die Ecke’ arbeiten Buchhändler mit dem Schwerpunkt *Sortiment. Sie stellen das Sortiment an Büchern zusammen, das ihnen für ihre Kundschaft interessant erscheint: Romane, Sachbücher, Kinderbücher, Bildbände, Zeitschriften etc.. Neben der Beobachtung des Buchmarktes gehört auch Werbemaßnahmen und die gesamte Abrechnung zum Aufgabengebiet des Buchhändlers. Buchhändler mit Schwerpunkt *Verlag sind in Buch- oder Zeitungsverlagen tätig, sie wirken an der Herstellung mit und halten Kontakt zu den Kunden. Buchhändler mit Schwerpunkt *Antiquariat sind auf den Handel mit antiquarischen Büchern spezialisiert. Mehr.


Berufsliste


Aus- und Weiterbildungsangebote suchen:

- Abfrage nach Management, Verwaltung, Vertrieb

- Link zu spezielleren Suche in der Aus- und Weiterbildungsdatenbank in Service und Kontakt



© 2007 Copyright - aim - Ausbildung in Medienberufen - KoordinationsCentrum - in Trägerschaft der sk stiftung jugend und medien - Im Mediapark 7 - D-50670 Köln - Mail-Kontakt - alle Rechte vorbehalten

www.aim-mia.de/article.php?sid=215