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Meldung
Radiosendungen fair produzieren
Ein neues Guidebook fasst Standards für gute Sendungen zusammen.

Hörerinnen wollen objektiv informiert werden. Die journalistischen Regeln dafür werden im neuen Kodex "Radio-Guidebook" formuliert. Unter den Überschriften: Respekt vor dem Hörer, Fairness, Authentizität, Verantwortung und Transparenz hat das Projektteam Hörfunk der Bundeszentrale für politische Bildung detaillierte Anforderungen an Qualität im Hörfunk zusammengefasst.

Ein Problem ist etwa, dass im Radioalltag die Grenzen zwischen unabhängiger Berichterstattung und Unternehmens-PR verwischen. So landen von Werbeagenturen vorgefertigte Beiträge im scheinbar redaktionell gestalteten Programm. Hier fordert das Guidebook eine "umfassende redaktionelle Unabhängigkeit". Wenn Produkte oder Unternehmen vorgestellt werden, muss dies aus einer kritischen Distanz geschehen.

Zu fair produzierten Beiträgen gehört auch, dass aufgezeichnetes Material nicht als Live-Ton präsentiert wird, Quellen geprüft sind und verschiedene Blickwinkel auf ein Problem geschildert werden. Bei Interviews wird darauf geachtet, dass gerade unerfahrene Gesprächspartner respektvoll präsentiert und Schwächen nicht der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Das Radio als Plattform für eigene politische oder weltanschauliche Ansichten zu nutzen, ist für professionelle Journalisten selbstverständlich tabu.
Die Standards beschreiben nicht nur Regeln für Sendungen, sondern nehmen auch die Arbeitsbedingungen in den Blick. So gehört zu einem guten Radio die Fortbildung der Mitarbeiter/innen und ein Beschwerde- und Fehlermanagement.

Ausgangspunkt für das Guidebook war, so der Projektleiter Norbert Linke, "die Beobachtung, dass es ein Regelwerk, wie es der Pressekodex für Zeitungen und Zeitschriften ist, fürs Radio hierzulande nicht gibt." Als Grundlage konnten zudem auch vergleichbare ethische Standards aus anderen Ländern herangezogen werden. Das neue Guidebook liefert also Anregungen, wie die Radiopraxis besser gestaltet werden kann. Auch erfahrene Profis können hier die Maßstäbe für ihre eigene Arbeit noch einmal kritisch reflektieren.
(as)

www.bpb.de

Interview mit dem Projektleiter Norbert Linke "Wider die Schummelei": www.lfm-nrw.de


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