Home   AIM   MIA   Service & Kontakt     Kontakt
Meldung
Gesucht werden Gründerpersönlichkeiten
Köln - Beim ersten AV-Gründertag NRW konnten sich Interessierte über die Voraussetzungen von Selbstständigkeit und Freiberuflichkeit informieren. Auch das neue Gründerzentrum wurde vorgestellt.

Zu Beginn erläuterte die Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes in ihrem Grußwort, wieso sich die Stadt Köln für das Gründerzentrum engagiert. "Die Qualifikation der in Köln Beschäftigten ist das entscheidende Erfolgskriterium für zukünftiges Wachstum und Stabilität der Kölner Wirtschaft.", führte die Politikerin aus. Deshalb sei es wichtig, "kreative, interessierte Menschen durch gute Aus- und Weiterbildungsangebote schon frühzeitig an den Standort zu binden". Das Gründerzentrum solle angehenden Film- und Fernsehmachern nun "einen guten Start in die Selbstständigkeit" verschaffen. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am 3. November 2005 zum ersten AV-Gründertag erschienen, darunter eine Reihe von Verbandsvertretern, aber auch Gründer/innen in spe, etwa aus den Bereichen Drehbuch und Multimedia.

Personen verkaufen Konzepte

Damit die Gründerinnen und Gründer gut informiert in das Wagnis Selbstständigkeit oder Freiberuflichkeit gehen können, hatten am Vormittag Gründungsexpert/innen das Wort. Petra Lohmann stellte die Gründungsberatung der IHK Köln vor. Zur erfolgreichen Gründung gehöre ein plausibler Unternehmensplan und eine überzeugende Gründerpersönlichkeit, die die Idee verkaufen könne, so die IHK-Beraterin. Der Unternehmensplan solle nicht als ein notwendiges Übel betrachten werden, auf dem etwa die Banken bestünden, sondern diene als Basisdokument für die weiteren Schritte. Das "Anders-Als-Andere-Sein"- Prinzip müssten Gründer/innen verinnerlichen, forderte Lohmann. Dies könne heißen, dass bessere Serviceleistungen für den Kunden, bessere Beratung oder auch eine hohe Termintreue geboten werde. Eine alleinige Abgrenzung über niedrigere Preise sei dagegen weniger sinnvoll und zudem riskant. Als gravierende Fehler nannte Lohmann: fehlende Marktkenntnisse, Unterfinanzierung und mangelndes betriebswirtschaftliches Wissen.

Der Steuerberater Hartwin Räuchle stellte sich als Branchenkenner vor. Nach sechs Jahren Berufserfahrung bei SAT 1 und fünf Jahren Brainpool - dort war Räuchle dann als kaufmännischer Leiter und Finanzvorstand tätig - weiß er um Produktionsstrukturen und Arbeitsbedingungen. Er erläuterte die unterschiedlichen Rechtsformen, ihre steuerlichen Implikationen und plädierte dafür, im Regelfall eine Personengesellschaft zu wählen. Im Unterschied zur GmbH fallen bei Personengesellschaften erheblich geringere Gründungskosten an, es sind außerdem weniger formale Anforderungen und Steuergesetze zu beachten.

Den Vormittag beschloss Erik Bastians vom Gründungscenter der Sparkasse KölnBonn. Er arbeitet dort mit dem Schwerpunkt Medien/Kommunikationsbranche, ist mit der Begutachtung von Geschäftskonzepten betraut. Um eine Finanzierung durch die Bank bzw. mit Mitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau, welche über die Bank beantragt werden können, zu erhalten, ist es wichtig, ein nachvollziehbares Konzept vorzulegen. Dazu gehöre u.a. eine transparente Darstellung der Idee, Kalkulation und Finanzplanung, Absatzmarkt und Konkurrenzsituation, Zeugnisse, Miet/Pachtverträge, eine Aufstellung des Inventars. Allerdings hob auch Bastians die Schlüsselrolle der Gründerin oder des Gründers hervor. "Besser ein zweitklassiges Konzept und ein erstklassiger Unternehmer als umgekehrt.", brachte der Referent seine These auf den Punkt. Die Gründer/innen, so sein Rat, sollten auf jeden Fall eine realistische Zeitplanung vornehmen und die Prüfungserfordernisse der Banken einkalkulieren.

Der Rat der Branchenprofis

Wie erfolgreiche Medienunternehmen gegründet wurden, diskutierte am Nachmittag eine Runde von Medienprofis. Der Produzent Tom Spieß (Little Shark Entertainment) unterstrich die Bedeutung von Teamarbeit, auch Kommunikation und eine frühzeitige strategische Ausrichtung des Unternehmens seien notwendig. Jutta Müller schilderte ihr Erfolgsrezept: zwei Personen mit unterschiedlichen Talenten und Interessen hätten sich zusammen getan. Während Müllet zuvor als angestellte Produzentin Erfahrungen sammeln konnte und betriebswirtschaftliche Qualifikationen erworben hatte, brachte ihr Partner Matthias Seelig sein Know-how als Drehbuchautor ein. Spieß und Mülller machten den jungen Gründer/innen Mut, ihre Ideen den Fernsehanstalten vorzustellen. Müller betonte, wenn man von dem eigenen Konzept überzeugt sei und es gelinge, zum Sender ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, könne man auch größere Projekte realisieren. Christina Bentlage bekräftigte das Interesse der Filmstiftung NRW an einer lebendigen Produzentenlandschaft und daran, junge Talente im Land zu halten. Gerade für den ersten und zweiten Film gebe es eine Reihe von Förderinstrumenten und Sendeplätzen, die den Start ins Berufsleben ebneten. Die Filmstiftung wie die von Spieß und Müller vertretenen Verbände: Film & Fernseh Produzentenverband NRW und Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten sagten eine Unterstützung von jungen Gründerinnen und Gründern zu.

Alles weitere im Frühjahr

Wann allerdings das AV-Gründerzentrum seine Arbeit aufnehmen wird, ist zur Zeit noch nicht eindeutig klar. Beim Gründertag wurde "Frühjahr 2006" als Starttermin genannt, bis dahin müssen sich die Gründer/innen noch gedulden. Ebenfalls gibt es noch keine gesicherten Informationen über die Konditionen zu denen etwa Büroräume angemietet werden können. Das AV-Gründerzentrum soll im Mediencentrum Ost, Carlswerkstraße 11-13 in Köln- Mülheim angesiedelt werden. Die Gesellschafter des AV-Gründerzentrums sind: Stadt Köln, Filmstiftung NRW, ecmc Europäisches Zentrum für Medienkompetenz, MMC Medienproduktions- und Dienstleistungsgesellschaft und die Industrie- und Handelskammer zu Köln. Kontakt: AV Gründerzentrum NRW GmbH, c/o Stadt Köln, Amt des Oberbürgermeisters, Stabsstelle Medien, Josefine Woithe, av-gruenderzentrum@stadt-koeln.de. (as)

www.av-gruenderzentrum-nrw.de
© 2007 Copyright - aim - Ausbildung in Medienberufen - KoordinationsCentrum - in Trägerschaft der sk stiftung jugend und medien - Im Mediapark 7 - D-50670 Köln - Mail-Kontakt - alle Rechte vorbehalten