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Meldung
Transferstelle erfolgreich gestartet
Köln - Wie man mit Interaktivität Geld verdienen kann, dies wurde auf der Auftakt-Veranstaltung der NRW-Initiative zur Entwicklung interaktiver Inhalte diskutiert.

Best practice - Beispiele machen Mut und so hatten die Veranstalter wohl nicht ohne Absicht die Präsentation erfolgreicher Projekte in den Mittelpunkt der "Kick-off"-Veranstaltung am 20. 1. 2005 der "Transferstelle zur Entwicklung interaktiver Inhalte" gestellt. Rund achtzig Teilnehmer/innen aus der Medien- und Kommunikationsbranche waren der Einladung gefolgt.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Oberbürgermeister Fritz Schramma ("dieser Startschuss im Kölner Mediapark ist ein wichtiges Signal") und die NRW-Medienstaatssekretärin Miriam Meckel, die darauf hinwies, dass das Land mit Fernsehsendern, Produzenten, Telekommunikationsunternehmen und technischen Dienstleistern für die interaktive Zukunft gut gerüstet sei, ging es in die Praxis.

Die Nachfrage im Blick

Wout Nierhoff, Vorstandsmitglied von Eyes & Ears of Europe, warf zunächst die Frage auf, ob es wirklich um neue Schöpfungen, um kreative Entwürfe gehe - oder ob nicht vielmehr Transferleistungen erforderlich wären. Weiterentwicklung bereits erfolgreicher Fernsehprodukte auf interaktiven Plattformen sei wichtig. Dabei müsse man die Bedürfnisse der Konsument/innen im Blick behalten. Nur dort, wo Nachfrage entstünde, ließe sich das interaktive Potential realisieren.

Wo zurzeit Nachfrage besteht, darüber konnte Holger Sprengel von plan_b media berichten. Die Firma, die von Absolvent/innen der Kunsthochschule für Medien gegründet wurde, positioniert sich an der Schnittstelle zwischen TV-Unterhaltung und Kommunikationsbranche. Konkret heißt das, dass plan_b aus Fernsehsendungen z.B. Spiele, Klingeltöne, Grußkarten oder Animationen fürs mobile Telefon entwirft. Dabei müssen die Inhalte so angepasst werden, dass sie auf vielen verschiedenen Endgeräte nutzbar sind. Kein Wunder, dass sich Sprengel einheitlichere technische Standards und "multimediafähigere" Geräte wünscht.

Ab in die Archive

Klemens Dreesbach von Ludwigs.Dreesbach betonte, dass es nicht alleine auf die technischen Möglichkeiten sondern auf die richtige Markteinschätzung ankomme. In der Vergangenheit habe man zu oft auf das technisch Machbare gesetzt und außer Acht gelassen, über welche Ausstattung die Kund/innen verfügten und welche Kundenkreise man überhaupt erreichen könne. Dreesbach stellte Projekte vor, bei denen Fernsehformate in Internetseiten eingebunden werden, so eine Online-Kochschule. Aber auch außerhalb der Fernsehbranche werden ähnliche Seitenstrukturen eingesetzt, zum Beispiel in der Fortbildung für Lehrer/innen oder in der Kommunikation zwischen Unternehmen. Der Rat an die Fernsehproduzenten lautete: In die Archive gehen! Konzepte und Ideen auf interaktive Potentiale abklopfen und sich strategische Partner suchen.

Testen, was gefällt

Wie interaktive best practice bei RTL aussieht, stellte Robert Fahle, Leiter iTV und Mobile Content, vor. Für Sendungen wie "Wer wird Millionär" oder "Dschungelcamp" werden Spiele entwickelt. Auf dem UMTS-Markt testet RTL neue Angebote, wie eine gekürzte Vorabversion der Abendnachrichten. Auch der erste Fernsehfilm konnte bereits über Mobiltelefone abgerufen werden. Fahle sieht eine Arbeitsteilung zwischen Medienunternehmen und Netzbetreibern. Die Telekommunikationsunternehmen sollten nicht selber Inhalte anbieten (etwa über eigene Portale) sondern auf die Inhaltelieferanten wie Zeitungen oder Sender zurückgreifen. So könnten sie sich auf das Kerngeschäft konzentrieren. An die Produzenten gewandt betonte Fahle, für den Sender sei es in erster Linie entscheidend, dass das Format im Fernsehen erfolgreich funktioniere. Denn der Hauptumsatz würde mit Fernsehen erzielt, also mit der Akzeptanz des Publikums. Auch müsse die Interaktivität dosiert werden, um eine Überforderung zu vermeiden.

Wie weiter?

Die Diskussion der Projektpräsentationen war von verhaltenem Optimismus geprägt. Zwar möchte man nicht wieder in die Falle des Neuen Marktes tappen und Visionen ankündigen, die sich später als Luftgespinste entpuppen. Dennoch beweist die erfolgreiche Praxis der kleinen Schritte, dass viele Kund/innen ein Mehr an Interaktivität zu schätzen wissen und dafür auch bezahlen wollen. Bis zur konsequent interaktiven Zukunft sind jedoch noch viele Probleme zu lösen; technische, rechtliche, betriebswirtschaftliche und ethische Fragen zu klären.

Arbeit genug also für die Veranstalter, die sich über den Auftakt sehr zufrieden zeigten. Über die weiteren Aktivitäten der Transferstelle kann man sich auf der Internetseite informieren. Dort wird in Kürze auch die Trendstudie "Interacitve Content - Status Perspektiven Deutschland" veröffentlicht. (Anne Schulz)

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